MPD

Was versteht man unter myeloproliferativen Erkrankungen?

Information:

MPD ist der englische Begriff für Myeloproliferative Disorders

MPS ist der deutsche Begriff für Myeloproliferative Syndrome

CME ist der deutsche Begriff für Chronische myeloproliferative Erkrankungen

und bei allen drei Ausdrücken ist das gleiche gemeint.

Weil unsere Selbsthilfegruppe MPD-Netzwerk Deutschland heißt, benutze auch ich den Begriff MPD.

Abkürzungen und medizinische Begriffe werden in der Datei „Glossar“ gesondert erklärt.

"Myelo" kommt aus dem griechischen und bedeutet "Mark" "proliferative" bedeutet "wachsen, reproduzieren" "Disease" ist der Begriff für die dauerhaft eingeschränkte Funktion eines Körperorganes. Unter dem Begriff MPD fasst man eine Reihe von Krankheitsbildern zusammen, die durch eine gesteigerte Produktion verschiedener Blutzellen im Knochenmark charakterisiert sind.

In Abhängigkeit des vorherrschenden Zelltyps unterscheidet man folgende Erkrankungen:

CML/Chronische Myeloische Leukämie

Vorwiegende Vermehrung der weißen Blutkörperchen (=Leukozyten, außer Lymphozyten)

 

PV/Polycythaemia vera (rubra)

Vorwiegende Vermehrung der roten Blutkörperchen (=Erythrozyten)

 

ET/Essentielle Thrombozythämie

Vorwiegende Vermehrung der Blutplättchen (=Thrombozyten)

 

OMF/Osteomyelofibrose

Vorwiegende Vermehrung von Bindegewebe im Knochenmark

 

Gemeinsame Ursache dieser Erkrankungen ist eine Störung der pluripotenten Stammzellen. Dabei handelt es sich um Zellen, aus denen normalerweise während der Blutbildung im Knochenmark alle reifen Blutzellen (Erythrozyten, Leukozyten und Thrombozyten) hervorgehen.

Bislang sind noch keine gesicherten Ursachen bekannt, die zur Entstehung dieser Krankheitsbilder führen. Es gibt allerdings Hinweise, dass radioaktive Strahlung (z.B. nach den Atombombenexplosionen in Hiroshima und Nagasaki) oder Chemikalien (z.B. Benzol usw.) bei der Entstehung einer CML beteiligt sein können.

Alle MPD-Formen können überlappende Symptome aufweisen, d.h. eine PV-Diagnose kann im klinischen Bild als auch beim Patienten selbst durchaus Symptome der ET aufweisen usw. Es kann auch vorkommen, daß sich aus einer MPD-Form eine andere entwickelt.

Prof. Dr. Thiele ist Leiter der Pathologischen Universitätsklinik Köln. Er weist darauf hin, daß eine sichere Diagnose einer MPD-Form durch eine Knochenmarksbiopsie immer dann problematisch ist, wenn ein Patient bereits mit MPD-Medikamenten behandelt wurde.

Am sichersten lässt sich eine Diagnose per KMB/BMB stellen, wenn das Knochenmark noch "unbehandelt" ist, also am besten gleich zu Beginn der Diagnose.

 

      Berichte   ErfahrungenMedizinischesNachrichtenKontakt